"Wie wird denn das Wetter morgen?", das ist die Frage, die einem Meteorologen
am häufigsten gestellt wird. Dabei beschäftigen sich gar nicht alle Wetterforscher
mit dem Wetter der nächsten Tage. Viele von ihnen versuchen auch herauszufinden,
wie das Wetter vor vielen 1000 Jahren war oder wie es in 100 Jahren sein wird.
Diejenigen Meteorologen, die sich mit dem Wetter der kommenden Woche
beschäftigen, nennt man Synoptiker.
Das Wort Synoptik kommt aus dem
Griechischen und bedeutet soviel wie Zusammenschau. Der Synoptiker sammelt
also alle ihm zur Verfügung stehenden Daten aus der ganzen Welt und
mit Hilfe riesiger Computer erstellt er daraus eine Vorhersage für
die nächsten Tage. Die gesammelten Daten und auch die, die der Computer
ausgibt, werden in Wetterkarten dargestellt. Diese Wetterkarten wollen
wir uns heute mal etwas genauer ansehen.
Sicher hast Du in der Zeitung oder im Fernsehen schon einmal eine Wetterkarte gesehen.
Bei uns sind dort meist die Umrisse unseres Kontinents Europa abgebildet.
Darüber sind Buchstaben, Linien und Zeichen gemalt, aus denen Du die Wetterlage
ziemlich genau ablesen kannst.
Das Hochdruckgebiet
Ein Hochdruckgebiet ist in der Wetterkarte mit einem H gekennzeichnet. Dieses H
ist umgeben von Linien, an denen Zahlen stehen. Die Linien heißen Isobaren.
Die Isobaren sind die Linien gleichen Luftdrucks. Im Zentrum eines Hochs ist
der Luftdruck besonders hoch. Er nimmt nach außen hin ab und an den Isobaren
kann man erkennen, wie stark die Abnahme ist. Es gibt einen praktischen
Zusammenhang zwischen dem Abstand der Isobaren und der Windrichtung und
Windgeschwindigkeit. Je näher die Isobaren aneinander liegen, desto stärker
bläst der Wind. Außerdem weht der Wind in etwa in der Richtung, in der die
Isobaren verlaufen. Und zwar in einem Hochdruckgebiet im Uhrzeigersinn um
das Hochdruckzentrum herum. So kannst Du schon aus den Linien in der Wetterkarte
gute Informationen über den Wind erhalten.
Abbildung: Ein Hochdruckgebiet auf einer Wetterkarte
Das Tiefdruckgebiet
Beim Tiefdruckgebiet ist es genau umgekehrt. Der Wind weht hier ungefähr entlang
der Isobaren gegen den Uhrzeigersinn um das Tiefdruckgebiet herum. Die Windstärke
ist wiederum abhängig von dem Abstand der Isobaren. Je näher die Isobaren
aneinander liegen, desto stärker ist der Wind.
Im Tief nimmt der Druck vom Zentrum nach außen hin zu. Im Zentrum des Tiefs
ist der Druck besonders gering.
Abbildung: Ein Tiefdruckgebiet auf einer Wetterkarte. Das Tief mit Namen Paul hat's übrigens wirklich
dieses Jahr gegeben. Es wurde sogar nach mir benannt :-)
Fronten
Beim Tiefdruckgebiet findest Du aber noch zusätzliche Linien. Es gibt eine Linie
mit Dreiecken - oft in blau - und eine mit Halbkreisen - oft in rot. Die Linie
mit den Dreiecken stellt eine sogenannte Kaltfront dar, die Linie mit den Halbkreisen
ist eine Warmfront. Kaltfront bedeutet, daß die Luft, die etwa hinter dieser
Linie vom Wind herantransportiert wird, kälter ist, als die Luft vor der Linie.
Die Warmfront hingegen trägt wärmere Luft heran.
Die Warmfronten und Kaltfronten bringen uns fast immer ihr ganz spezielles Wetter mit.
Meist ist es so, dass die Warmfront lang anhaltenden Regen bringt. Die Kaltfront
kannst Du häufig daran erkennen, dass es immer wieder Schauer und sogar Gewitter gibt.
Stationsmeldungen
In den Wetterkarten, die das Wetter zu einem vergangenen Zeitpunkt zeigen, kannst
Du noch mehr erkennen. Hier sind nämlich auch noch unzählige kleine Kreise
mit Pfeilen und Zahlen und Symbolen zu finden. Die sogenannten Stationsmeldungen.
Weltweit haben sich die Meteorologen darauf geeinigt, die Meldungen ihrer
Meßstationen nach einem solchen System darzustellen - dem Synopschlüssel.
So bringen sie eine Menge Informationen in den Karten unter ohne sie unübersichtlich
zu machen.
Das gesamte System wollen wir hier nicht besprechen, aber Du kannst z.B.
an dem Kreis erkennen, wie stark der Himmel an der Station mit Wolken bedeckt
ist. Der Pfeil, der in dem Kreis steckt, zeigt Windrichtung und Windstärke an.
Die seltsamen Symbole über und unter dem Kreis sind bestimmte Wolkenarten,
die der Meteorologe am Himmel entdeckt hat. Der Punkt und das Komma sind Symbole
für das Wetter, was an dieser Station gerade herrscht und in den letzten Stunden
geherrscht hat. Die anderen Zahlen geben dann noch Informationen, wie warm es ist
und wie sich der Luftdruck in den vergangenen Stunden verändert hat.
Skizze: Beispiel eines Stationssymbols
In dem obenstehenden Beispiel können wir aus den wenigen Symbolen genau ablesen,
wie das Wetter zu dem Zeitpunkt gewesen ist: Der Himmel war zu 3 Vierteln mit
Wolken der Arten Nimbostratus und Cumulonimbus bedeckt. Dazu fiel Sprühregen
bei 14 Grad Lufttemperatur. Der Südost-Wind hatte die Stärke 3. In den letzten
6 Stunden fielen 5 mm Regen. Der Luftdruck lag bei 1011 hPa mit fallender Tendenz.