Vor allem nachts sind sie vielfach von bizarrer Schönheit: Blitze!
Entstehung von Blitzen
Blitze entstehen, wenn es in der Luft zu einer
starken räumlichen Trennung positiver und negativer Ladungsträger kommt. Und dies geschieht fast ausnahmslos innerhalb
von Gewitterwolken. Die hierbei relevanten physikalischen Abläufe sind zwar bis heute nicht restlos geklärt, jedoch
spielen wohl vor allem Vereisungs- und Kollisionsprozesse von Niederschlagsteilchen eine wichtige Rolle.
Da die Luft
in den unteren Kilometern der Erdatmosphäre ein sehr schlechter elektrischer Leiter ist, kommt es erst mit Überschreiten
eines kritischen Durchschlagspotentials von sage und schreibe 30 Kilovolt pro Zentimeter zu einem plötzlichen,
gewaltigen Kurzschluss – dem Blitz. Dann fließt für Bruchteile einer Sekunde in einem nur etwa einen Zentimeter
dicken Blitzkanal ein Strom von mehreren Zehntausend Ampere. Die Luft im Blitzkanal wird dabei auf etwa 30000 Grad
Celsius erhitzt, wodurch sie sich explosionsartig ausdehnt.
Eine akustische Schockwelle, die wir als Donner wahrnehmen,
breitet sich radial mit einer Geschwindigkeit von etwa 330 Meter pro Sekunde aus. Anhand der Zeitdifferenz zwischen
Blitz und Donner lässt sich die Entfernung in Kilometern zwischen dem eigenem Standort und dem Blitzkanal abschätzen,
indem man die gezählten Sekunden durch drei teilt.
Pro Sekunde blitzt es auf der Erde 100 mal!
Global betrachtet sind in jedem Augenblick rund 1800 Gewitter aktiv. Sie erzeugen zusammengenommen pro Sekunde etwa 100
Blitzschläge, aufs Jahr hochgerechnet sind das über 3 Milliarden Blitzentladungen. Doch nicht jeder dieser Blitze
trifft den Erdboden. Meist kommt es zu Entladungen zwischen unterschiedlichen Teilen einer Gewitterwolke.
Bei tropischen Gewittern trifft sogar im Mittel nur jeder siebte Blitz den Erdboden. Neben den gewöhnlichen
linienartigen, mehr oder minder gezackten und verästelten Blitzen gibt es weitere, physikalisch zum Teil sehr
bemerkenswerte Blitzentladungen. Dazu gehören zum Beispiel Kugelblitze!
Gesundheitliche Folgen eines Blitzschlags
Wird ein Mensch vom Blitz getroffen, so besteht akute Lebensgefahr. Nur etwa 10 bis 20 Prozent aller Blitzschläge führen
sofort zum Tod, in der Regel bedingt durch Herzstillstand. Andere, nicht zwangsläufig tödliche Folgen eines
Blitzschlags sind Verbrennungen und vor allem schwere Störungen des zentralen Nervensystems.
(Spiegelartikel zu den gesundhieltichen Folgen eines Blitzschlags)
Grundlegende Tipps zum Verhalten bei Gewittern
Es ist also ratsam, die
Gefahr eines möglichen Blitzschlags ernst zu nehmen. Vergehen bei einem aufziehenden Gewitter zwischen Blitz
und Donner weniger als 30 Sekunden, sollte, falls irgendwie möglich, schleunigst ein massives Gebäude aufgesucht
werden. Geht das nicht, bildet das Auto eine Alternative - allerdings nur, wenn Fenster und Türen geschlossen bleiben
und nicht berührt werden.
Wer ganz im Freien verweilen muss, sollte unbedingt Gewässer und exponierte Punkte,
wie zum Beispiel freistehende Bäume, meiden und sich stattdessen an einer möglichst tiefen Stelle mit geschlossenen
Füßen auf den Boden hocken. Einen hundertprozentigen Schutz vor einem Blitzschlag gibt es im Freien jedoch nicht.