Häufige Fragen zum Thema Wetter
Von Zeit zu Zeit erreichen mich über top-wetter.de Fragen von Besuchern zum Thema Wetter und Klima,
und manche Fragen scheinen durchaus von allgemeinerem Interesse zu sein, denn sie werden häufiger gestellt.
Diese möchte ich zusammen mit den entsprechenden, möglichst knapp gehaltenen Antworten hier vorstellen.
Fortgeschrittene Leser mögen mir die notwendige Vereinfachung in dem ein oder anderen Sachverhalt nachsehen.
Fragen
1. Bekommt man an heißen Sommertagen schneller einen Sonnenbrand als an kühlen Sommertagen? > Antwort
2. Kann man allein anhand der Wolkenstrukturen am Himmel eine Wetterprognose erstellen? > Antwort
3. Warum ist das Wetter in Deutschland so wechselhaft? > Antwort
4. Lässt sich das Wetter irgendwie beeinflussen oder vielleicht sogar steuern? > Antwort
5. Wie kalibriere ich das Barometer meiner Heimwetterstation? > Antwort
6. Warum sind auf Barometern manchmal zwei unterschiedliche Skalen angegeben? > Antwort
7. Wie genau sind eigentlich die symbolischen Wetterprognosen meiner Heimwetterstation? > Antwort
8. Warum können auch Profimeteorologen das Wetter immer noch nicht hundertprozentig vorhersagen? > Antwort
9. Was sind eigentlich die Ausbildungsschwerpunkte eines Meteorologen? > Antwort
Antworten
1. Bekommt man an heißen Sommertagen schneller einen Sonnenbrand als an kühlen Sommertagen?
Nein. Es ist falsch, zu glauben, dass die Sonnenbrandgefahr etwas mit der
Temperatur zu tun hat. Entscheidend für die Sonnenbrandgefahr ist nur die Intensität der für das menschliche Auge unsichtbaren,
energiereichen UV-Strahlung. Diese hängt vor allem vom Sonnenstand, der "Klarheit" der Luft sowie der Nähe zu UV-Strahlung reflektierenden
Flächen wie zB Wasser oder Schneeflächen ab.
Eine für Mitteleuropäer tückische Sonnenbrandfalle ist gegeben, wenn die Sonne im Frühjahr wieder zunehmend höhere
Bahnen am Himmel zieht und damit die UV-Strahlungsintensität trotz möglicherweise noch verhaltener
Temperaturen schon wieder recht hoch ist. Die Sonnenbrandgefahr rührt dann auch daher, dass die Haut noch nicht
an die wieder erhöhte UV-Strahlung gewöhnt ist.
In den Monaten von März bis August sollte das Sonnenbad allerdings auch trotz einer zunehmenden Gewöhnung der Haut
an die UV-Strahlung immer mit Vorsicht und ausreichendem Sonnenschutz erfolgen, um den nicht nur lästigen, sondern
durchaus für die Gesundheit ernstzunehmenden Sonnenbrand zu vermeiden.
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2. Kann man allein anhand der Wolkenstrukturen am Himmel eine Wetterprognose erstellen?
In der Allgemeinheit der Fragestellung ist dies zunächst einmal zu verneinen, wenngleich
das Wolkenbild durchaus Rückschlüsse auf den aktuellen Schichtungzustand der Atmosphäre erlaubt.
Der prädiktive Charakter der Wolkenstrukturen am Himmel ist für sich allein betrachtet zu gering. Für die Wetterentwicklung
sind immer auch großräumige Prozesse und unsichtbare Luftströmungen von Bedeutung.
Eine Verbesserung hinsichtlich der kurzfristigen Vorhersagbarkeit des lokalen Wetters anhand der Wolkenbilder
lässt sich aber in der Kombination aus Wolkenbild und der Kenntnis des überregionalen Wetterberichtes erzielen.
Doch auch hier sind grundlegende meteorologische Kenntnisse erforderlich. Diese können
aber m.E. durch langjährige Erfahrung und ein "Sich befassen" mit den lokalen Wettergegebenheiten kompensiert werden.
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3. Warum ist das Wetter in Deutschland so wechselhaft?
Mal ist es den Menschen in Deutschland zu heiß, dann wieder zu kalt, dann zu regnerisch oder aber zu trocken. Ganz gerne und rasch wird dann angeführt,
dass die betreffende Wetterlage nicht "normal" für die Jahreszeit wäre. Doch wenn man bedenkt, dass Deutschland mitten in der
nordhemisphärischen Westwindzone liegt, so ist tatsächlich eher das Gegenteil, nämlich langandauernde Witterungsphasen mit einheitlichen
Wettercharakter das, was man schlicht als außergewöhnlich für diese Region bezeichnen muss.
Die raschen Wetterwechsel in Deutschland
rühren von wandernden Hoch- und Tiefdrucksystemen her, die sich in der Regel mehr oder minder auf direktem Wege von West nach Ost
verlagern und dabei zu immer wiederkehrenden, charakteristischen Wetter- und Luftmassenwechseln führen. Besonders ausgeprägt
sind diese Wechsel in den Übergangsjahreszeiten, aber auch im Sommer finden sie immer wieder statt. Wer etwas mehr hierüber erfahren möchte, dem
sei ein Blick in den Wetterkurs empfohlen.
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4. Lässt sich das Wetter irgendwie beeinflussen oder vielleicht sogar steuern?
Obschon es in der Vergangenheit immer wieder Versuche gab, das Wetter zu beeinflussen, so lässt sich doch
festhalten, dass das Wetter alles in allem genommen nicht großflächig und schon gar nicht über längere Zeiträume
beeinflusst werden kann (mal abgesehen vom anthropogenen Treibhauseffekt, der indirekt auch längerfristig Einfluss auf die
regionalen Wettercharakteristiken hat. Allerdings sind diese auch nicht bewusst steuerbar.).
Mit einigem Erfolg
ist das "Impfen" von Wolken mit künstlichen Kondensationskernen (zB Silberjodid) verbunden. Das Einbringen solcher
zusätzlichen Kondensationskerne in die Wolke wird besonders bei Schwergewitterlagen angewendet, um die Gefahr der Bildung von
großem Hagel zu reduzieren. Die Überlegung dabei ist: je mehr Kondensationskerne, desto mehr Tröpfchen und
Hagelkörner bilden sich, aber dafür werden diese nicht so groß.
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5. Wie kalibriere ich das Barometer meiner Heimwetterstation?
Zunächst sei bemerkt, dass jedes Barometer immer "nur" den absoluten Luftdruck misst, und der
ändert sich unglücklicherweise viel stärker mit der Höhe als in horizontaler Richtung. Man kann das leicht testen,
wenn man mit dem Barometer einfach mal auf einen nahegelegenen Hügel oder in ein Tal fährt. Dabei verändert sich der Luftdruck
etwa alle 8 Höhenmeter um ein Hektopascal. Für das Wetter und dessen Entwicklung interessant sind aber
nicht die vertikalen, sondern die viel kleineren horizontalen Druckunterschiede. Doch wie soll man die
gemessenen Druckwerte verschiedener, unterschiedlich hoch gelegener Orte nun sinnvoll vergleichen? Die Lösung
für dieses Malheur besteht in der sogenannten Reduktion des gemessenen absoluten Luftdruckes
auf ein Bezugsniveau.
Die Meteorologen haben sich hier für das Meeresniveau entschieden. Durch diesen Trick kommt man
zu den Wetterkarten mit den Hoch- und Tiefdruckgebieten, die zum Beispiel abends im Fernsehwetter
regelmäßig präsentiert werden. Die übliche Reduktion des Luftdruckes auf Meeresniveau erleichtert nun
auch die Kalibrierung des Barometers der Heimwetterstation erheblich, denn sie erfolgt dadurch, dass man
eine möglichst nahegelegene offizielle Wetterstation sucht und dort den reduzierten Luftdruck abfragt.
Diesen stellt man dann bei seiner eigenen Wetterstation ein und fertig ist die Kalibrierung des Heimbarometers.
Eine Sache muss man sich allerdings klar machen: eine Kalibrierung des Heimbarometers hat natürlich keinen Einfluss
auf die Messqualität der Druckanzeige. Was letztlich bei der Druckmessung aus meteorologischer Sicht von
vornehmlichem Interesse ist, das ist nicht die Höhe des absoluten oder reduzierten Luftdruckes, sondern
dessen zeitliche Änderung, also die Luftdrucktendenz. Hier lassen sich gute von schlechten Barometern unterscheiden. Gute Barometer
erfassen auch sehr geringe Luftdruckschwankungen sehr genau, während billige Massenware bisweilen schon mal
etwas Nachhilfe in Form von Klopfen auf das Barometer benötigt, damit der Zeiger die Haftreibung überwindet.
Fallender Luftdruck deutet nun in vielen (wenngleich keinesfalls in allen
Situationen) auf eine mögliche Wetterverschlechterung hin, eine steigender hingegen auf eine Wetterverbesserung.
Allerdings muss hierbei betont werden, dass es grundsätzlich nicht möglich ist, allein aus der Luftdrucktendenz
zuverlässig auf die künftige Wetterentwicklung zu schließen.
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6. Warum sind auf Barometern manchmal zwei unterschiedliche Skalen angegeben?
Der Grund hierfür liegt darin, dass sich die Einheit, in der man den Luftdruck misst, gegenüber früheren Jahren
mehrmals geändert hat. Die ersten Barometer waren sogenannten Flüssigkeitsbarometer. Sie wurden damals
von E. Torricelli entwickelt und bestehen aus einem einfachen U-förmigen, an einer Seite verschlossenen und an der anderen Seite
geöffneten Glasrohr, in das Quecksilber (chem. Formelzeichen Hg) eingefüllt wird.
Stellt man nun das Rohr auf, steigt die Quecksilbersäule in dem entstehenden Vakuum an verschlossenen
Ende des Rohres auf Meeresniveau und bei "normalen" Temperaturwerten
im Mittel genau 760 mm höher als auf der offenen Seite. Verantwortlich hierfür ist der atmosphärische Luftdruck, der
nur am offenen Ende auf der Quecksilbersäule lastet (Bemerkung: an dem anderen, verschlossenen
Ende des Rohres entsteht dagegen annähernd ein Vakuum, so dass der Luftdruck dort eliminiert ist. In diesen Raum verdunstet lediglich etwas Quecksilber.).
Zu Ehren Torricellis hat man die Einheit für die Luftdruckmessung damals nach ihm benannt: Torr.
Dabei entsprechen
760 Torr dem mittleren atmosphärischen Luftdruck in Meeresniveau. In späteren Jahren wurde statt der Einheit Torr
dann die Einheit Millibar verwendet, wobei für die Umrechung gilt 760 Torr = 1013,25 Millibar. Erst vor einigen Jahren schließlich
haben sich in der Meteorologie dann die 1954 eingeführten SI-Einheiten durchgesetzt. Demnach wird der Luftdruck nun in Hektopascal angegeben,
wobei für die Umrechnung gilt 1 Millibar = 1 Hektopascal. Die Zahlenwerte des Luftdruckes
änderten sich dadurch gegenüber den Angaben in Millibar nicht. Aufgrund der Historie also findet man auch auf modernen
Barometern der Heimwetterstationen bisweilen noch zusätzlich zu den SI-Einheiten die Einheit Torr bzw Millimeter Hg.
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7. Wie genau sind eigentlich die symbolischen Wetterprognosen meiner Heimwetterstation?
Fast alle Anzeigen des zu erwartenden Wetters bei modernen elektronischen Heimwetterstationen beruhen intern
nur auf Luftdruckmesswerten. Dabei führen Luftdruckanstiege je nach Algorithmus der Wetterstation fast immer unmittelbar
zu der Prognose "Wetterbesserung" und fallender Luftdruck entsprechend zu der Prognose "Wetterverschlechterung". Je nachdem, wie
viel Aufwand der Hersteller dabei betrieben hat, wird noch unterschieden, wie rasch die Druckänderungen erfolgen oder ggfs.
auch auf welchem Niveau sich der absolute Luftdruck gerade befindet.
Da jedoch allein aus der Kenntnis des zeitlichen Verlaufes
des Luftdruckes bestensfalls Anhaltpunkte für die künftige Wetterentwicklung gezogen werden können, sind die Anzeigen
dieser Heimwetterstationen letztlich nur als lustiges Add-On zu interpretieren. Es gibt eine Reihe typischer Wetterentwicklungen,
in denen diese Anzeigen systematisch zum Scheitern verurteilt sind.
Seit einiger Zeit werden auf dem Markt auch Heimwetterstationen angeboten, die
über ein Funknetz lokal gültige Wettervorhersagen von einem Wetterprovider
empfangen und auf der Wetterstation in Form von Wettersymbolen oder Temperaturangaben
anzeigen. Hier dient die Station also lediglich der Visualisierung einer
(mehr oder minder guten) Wettervorhersage, sie erstellt diese aber nicht selbst.
Zu empfehlen sind zum Beispiel die Stationen, welche die Vorhersagen des privaten
Wetterdienstleisters WetterOnline
anzeigen. Sie kursieren unter der Markenbezeichnung
WetterDirekt auf dem Markt.
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8. Warum können auch Profimeteorologen das Wetter immer noch nicht hundertprozentig vorhersagen?
Zur Beantwortung dieser Frage ist es vonnöten, sich einen kleinen Einblick in die Wissenschaft vom Wetter zu verschaffen.
Da dies hier den Rahmen sprengen würde, verweise ich auf entsprechende Ausführungen im Rahmen des Wetterkurses.
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9. Was sind eigentlich die Ausbildungsschwerpunkte eines Meteorologen?
Nur allzu oft muss man feststellen, dass das Berufsbild des Meteorologen in der breiten Bevölkerung, ja selbst in
vielen Fachkreisen und in der Wirtschaft vollkommen falsch eingeschätzt wird. Die Ausbildung zum Diplom-Meteorologen
basiert auf einem eigenen Studiengang, der im Grundstudium jedoch in hohem Maße (90 Prozent und mehr) mit dem eines Physikstudiums identisch ist.
Erst im Hauptstudium erfolgt eine stärkere Spezialisierung auf die Meteorologie. Die Meteorologie als Wissenschaft vom Wetter
ist also tatsächlich ein Teilgebiet der Physik, so dass auch die Arbeitsweisen eines Meteorologen letztlich denen eines Physikers
in weiten Teilen entsprechen. Während seitens der Ausbildung durchaus noch eine Nähe zur Astronomie gegeben ist, ist
eine häufig
vermutete Nähe zur Astrologie, also der Sternbilddeutung, und anderen
Pseudowissenschaften nicht gegeben.
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